Kriechender Günsel
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Mehrjährige, niedrig wachsende Wildstaude mit dichtem, teppichbildendem Wuchs und dekorativen blau-violetten Blütenständen. Der Kriechende Günsel ist ein robuster, ausläuferbildender Bodendecker für halbschattige bis schattige Standorte und bevorzugt humose, frische bis feuchte Böden.
Er eignet sich ideal zur Unterpflanzung von Gehölzen, zur flächigen Begrünung und zur Unterdrückung von Unkraut und bietet gleichzeitig eine frühe, wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten.
Beschreibung
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) ist eine heimische, mehrjährige Wildstaude, die in weiten Teilen Europas verbreitet ist. In der Natur wächst er bevorzugt auf feuchten Wiesen, an Waldrändern sowie in lichten Wäldern. Diese Herkunft erklärt seine Anpassungsfähigkeit und seine Fähigkeit, auch in schattigeren Gartenbereichen zuverlässig zu wachsen.
Im Garten zeigt sich die Pflanze als niedrig wachsender, stark ausläuferbildender Bodendecker, der mit der Zeit dichte Teppiche bildet. Dadurch eignet sie sich besonders gut zur flächigen Begrünung, zur Unterpflanzung von Gehölzen oder zur Unkrautunterdrückung in naturnahen Pflanzungen.
Standort und Bodenansprüche
Der Kriechende Günsel gedeiht am besten an halbschattigen bis schattigen Standorten, verträgt jedoch auch sonnige Lagen, sofern der Boden ausreichend feucht ist. Er bevorzugt humose, nährstoffreiche und gleichmäßig frische bis feuchte Böden.
Staunässe wird in der Regel toleriert, solange der Boden nicht dauerhaft vernässt ist. Insgesamt zeigt sich die Pflanze als sehr anpassungsfähig und robust und eignet sich auch für schwierige Gartenbereiche, in denen andere Pflanzen weniger zuverlässig wachsen.
Wuchs und Blüte
Ajuga reptans bleibt mit einer Wuchshöhe von etwa 10 bis 20 Zentimetern sehr niedrig und breitet sich über oberirdische Ausläufer schnell flächig aus. Die glänzenden, oft leicht gefärbten Blätter sorgen bereits außerhalb der Blütezeit für einen dichten, dekorativen Bodendecker.
Die Blütezeit liegt meist zwischen April und Juni. In dieser Zeit erscheinen aufrechte Blütenstände mit zahlreichen blau-violetten, seltener auch rosafarbenen oder weißen Blüten, die einen deutlichen Kontrast zum Laub bilden.
Ökologischer Wert und Nutzen für Tiere
Der Kriechende Günsel besitzt einen guten ökologischen Wert und bietet früh im Jahr eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Besonders Wildbienen und Hummeln nutzen die Blüten als Nektarquelle.
Durch seine dichte Wuchsform bietet er zudem kleinen Tieren Schutz und trägt zur Strukturvielfalt im Garten bei. Gerade in Kombination mit anderen bodendeckenden oder niedrig wachsenden Pflanzen entsteht so ein vielfältiger Lebensraum.
Sorten und Varianten
Neben der Wildform gibt es zahlreiche gärtnerische Sorten, die sich vor allem durch unterschiedliche Blattfärbungen auszeichnen:
- ‘Atropurpurea’ (dunkel purpurfarbenes Laub)
- ‘Burgundy Glow’ (mehrfarbig panaschiertes Laub in Grün, Weiß und Rosa)
- ‘Chocolate Chip’ (schmalblättrige, kompakte Wuchsform)
Pflege und Rückschnitt
Die Pflege des Kriechenden Günsels ist unkompliziert. Aufgrund seines starken Ausbreitungsdrangs kann es sinnvoll sein, die Ausläufer gelegentlich zu kontrollieren oder zu begrenzen, insbesondere in kleineren Beeten.
Ein Rückschnitt nach der Blüte ist möglich, um die Pflanze kompakt zu halten und das Erscheinungsbild zu verbessern. Insgesamt ist keine intensive Pflege erforderlich.
Krankheiten und mögliche Probleme
Der Kriechende Günsel gilt als robuste Pflanze, kann jedoch unter ungünstigen Bedingungen anfällig für Mehltau werden, insbesondere bei trockener Luft und gleichzeitig feuchtem Boden.
Bei zu dichter Pflanzung oder schlechter Luftzirkulation können zudem Blattkrankheiten auftreten. In der Regel bleibt die Pflanze jedoch stabil und regeneriert sich gut.
Verwendung im Garten und Gestaltung
Die Pflanze eignet sich hervorragend als Bodendecker für schattige bis halbschattige Bereiche, unter Gehölzen oder zur Flächenbegrünung in naturnahen Gärten. Sie kann größere Flächen schnell schließen und sorgt für ein ruhiges, flächiges Erscheinungsbild.
Besonders wirkungsvoll ist sie in Kombination mit Stauden, die darüber hinauswachsen, da so unterschiedliche Wuchshöhen und Strukturen entstehen.
Nutzen für Mensch und Gartenkonzept
Der Kriechende Günsel ist vor allem als pflegeleichter Bodendecker von Bedeutung. Er hilft, offene Bodenflächen zu schließen, reduziert den Pflegeaufwand durch geringeren Unkrautdruck und trägt zur Stabilisierung des Gartenökosystems bei.
Durch seine frühe Blütezeit unterstützt er zudem Bestäuber in einer Phase, in der das Nahrungsangebot noch begrenzt ist.
Hinweis für den Bezug (Saatgut & Pflanzen)
Die Pflanze lässt sich gut durch Teilung oder über Ausläufer vermehren und eignet sich daher besonders für eine schnelle Flächenbegrünung. Wer gezielt bestimmte Sorten einsetzen möchte, kann auf vorgezogene Pflanzen aus spezialisierten Gärtnereien oder Partnerangeboten zurückgreifen.
Merkmale
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Inhalt: mind. 50 Korn
Standort: halbschattig, schattig
Boden: normal, feucht
Wuchshöhe: ca. 10 – 30 cm
Blütenfarbe: blau, violett
Blütezeit: April, Mai, Juni
Lebensdauer: mehrjährig
Aussaat: Frühjahr oder Herbst
Aussaatort: Direktsaat oder Vorkultur
Keimdauer: ca. 2 – 5 Wochen
Keimtyp: Dunkelkeimer, Normalkeimer
Verwendung: Naturgarten, Bodendecker, Insektenpflanze
Zusätzliche Information
| Standort | |
|---|---|
| Wuchshöhe | |
| Blütenfarbe | |
| Blütezeit | |
| Pflanzenart | |
| Keimtyp | |
| Laub |
Aussaat
Allgemeiner Aussaathinweis
Aussaat auf lockere, durchlässige Erde. Samen je nach Keimtyp nur leicht andrücken oder dünn mit Erde bedecken. Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Die Keimdauer kann je nach Temperatur und Bedingungen variieren. Bis zur Aussaat sollte das Saatgut möglichst dunkel, kühl und trocken gelagert werden.
Lichtkeimer: Die Samen benötigen Licht zur Keimung und dürfen nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedeckt werden.
Dunkelkeimer: Die Samen keimen besser in Dunkelheit und sollten entsprechend dünn mit Erde bedeckt werden.
Warmkeimer: Die Samen benötigen für die Keimung höhere Temperaturen. Eine gleichmäßige Wärme fördert die Keimung.
Normalkeimer: Die Samen benötigen keine Kälteperiode und keimen bei normalen bis moderaten Temperaturen ohne spezielle Vorbehandlung.
Kühlkeimer: Die Samen keimen am besten bei kühlen bis moderaten Temperaturen. Eine längere Kälteperiode ist nicht zwingend erforderlich, kann die Keimung jedoch gleichmäßiger und zuverlässiger machen.
Kaltkeimer: Die Samen benötigen einen Kältereiz, um zu keimen. Dies geschieht durch eine natürliche Kälteperiode im Winter oder durch gezielte Kältebehandlung.
Empfehlung
Für eine bessere Kontrolle und eine höhere Erfolgsquote empfehle ich die Vorkultur in Aussaatgefäßen oder Saatkisten, sowohl im Innenbereich als auch im geschützten Außenbereich. So lässt sich der Keimprozess gezielter steuern und beeinflussen. Eine Direktsaat im Beet ist ebenfalls möglich, hat jedoch einen eher natürlichen, unkontrollierten Verlauf: Regen kann das Saatgut verlagern, Tiere können es verschleppen oder es keimt ungleichmäßig an unterschiedlichen Stellen. Das kann zwar sehr charmant und überraschend wirken, macht die gezielte Gartenplanung jedoch schwieriger. Die Aussaat im Freiland eignet sich daher für alle, die geduldig sind oder bewusst einen natürlichen, zufälligen Gartenverlauf zulassen möchten. Wer hingegen gezielt bestimmte Pflanzen an definierten Standorten etablieren möchte, fährt mit der Vorkultur deutlich besser.
Die Natur hat bei vielen Pflanzen eine wichtige Strategie entwickelt: Nicht alle Samen keimen im selben Jahr. Dadurch wird sichergestellt, dass ein Teil der Nachkommen auch dann überlebt, wenn extreme Bedingungen wie Trockenheit oder Überflutung auftreten. Aus diesem Grund sollte man Aussaatgefäße oder Saatkisten nicht vorschnell entsorgen, da auch im Folgejahr noch Keimung stattfinden kann.
Gewährleistungshinweis
Das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen aus Samen hängt von zahlreichen äußeren Bedingungen ab, die nicht von mir beeinflussbar sind. Hierzu zählen unter anderem Bodenverhältnisse, Witterung, Niederschläge, Standortbedingungen sowie die natürliche Konkurrenz durch andere Pflanzen. Aus diesem Grund kann keine Gewähr für Keimung, Wachstum oder den weiteren Entwicklungsverlauf übernommen werden.
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